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Und auch das muss mal ganz laut gesagt werden: unsere gegenwärtige Krise in den Krankenhäusern ist NICHT die Überlastung durch schwere Verläufe sondern der Ausfall von Pflegenden und Ärzten durch Infektion. Dieses Problem hätte durch zeitige Investition am Anfang der Pandemie sehr gut vermieden werden können.

Es ist auch wichtig zu verstehen, dass Pflegende und Ärzte bisher angehalten waren mit einer Influenza (auch eine potentiell tödliche Erkrankung, 25,100 Tote in DE im Jahr 2018) trotzdem auf die Arbeit zu kommen.

Weil wir schon immer nicht genung Personal hatten um uns da verantwortungsvoll zu verhalten. Und das Problem kann nicht mit 4000 Einstiegslohn behoben werden sondern attraktiveren Berufsbildern für Pflegende und attraktivere Spezialisierungen in der Medizin.

Wusstest Du z.B. dass es in DE keine:n Fachärzt:in für Intensivmedizin gibt? In CH schon. In der US schon. In Spanien schon. In GB schon. Nicht in DE. Oder für Notfallmedizin? Aber den 2-jährigen Infektiologie-Zusatz jetzt 6 Jahre Fach zu machen, das hat geklappt.

Und damit kannibalisieren die Notfälle und IPSen die Anästhesie und andere Stationen, was nie richtig funktioniert. Das Gleiche mit der Pflege. Warum haben wir keine bundesweit anerkannte Fachpflegekraft Notfall und/oder Intensivmedizin? Warum ist es so scheißen schwer, die Akademisierung voranzutreiben und damit den Beruf der Pflegefachkraft attraktiver zu gestalten?

Warum schaffen wir es in 3 Wochen, einen Plan zusammenzustellen nachdem ukrainische Pflege und ärztliches Personal unbürokratisch nach B2 Deutsch und Prüfung anerkannt wird, Afghanen und Syrer warten aber schon seit fast 10 Jahren auf sowas?

Die Probleme des Gesundheitswesens in DE sind hausgemacht, nicht COVID-19-abhängig. Das letzte Mal, Winter 17/18 haben sich bloß weniger Menschen geschert.